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Amazon schockt Aktionäre: Verlust zu Weihnachten befürchtet

 

Amazon scheint in seinem Wachstumsdrang die Kosten aus den Augen verloren zu haben. Gerade im wichtigen Weihnachtsquartal könnte im schlimmsten Fall ein operativer Verlust von bis zu 200 Millionen Dollar entstehen.

 

(29.11.2011, 13:20) Am Dienstag warnte der US-Konzern Amazon in Seattle, dass ausgerechnet in der wichtigen Weihnachtsperiode ein Verlust zu befürchten sei. Damit schickte Amazon seine Aktie auf Talfahrt. Bereits im dritten Quartal brach der Gewinn ein, die 63 Millionen Dollar, die sich unterm Strich ergaben, bedeuten ein Minus von 73 Prozent.

 

Verglichen zum Vorjahr, in dem Amazon fast viermal soviel verdiente, sind die derzeitigen Zahlen alles andere als aussichtsreich. Amazon pumpt derzeit sehr viel Geld in den Ausbau seines Geschäfts – es wird verstärkt in neue Versandzentren, mehr Werbung und in die Entwicklung von neuen Produkten investiert.

 

Die Aktionäre freut dies weniger. Amazons Wachstumsstreben war zwar von vornherein bekannt, doch mit einem solchen starken Einbruch des Aktienkurses wurde nicht gerechnet. Nachbörslich stürzte die Aktie um 12 Prozent (und mehr) ab, im regulären Handel fiel der Kurs um mehr als vier Prozent.

 

Amazon möchte seine Nummer-eins-Stellung im Onlinehandel vor allem mit günstigen Preisen verteidigen. Gleichzeitig entwickelt sich das Unternehmen auch verstärkt zum Anbieter von Inhalten wie Filmen und Musik. Auch ein eigenes Tablet, das Kindle Fire, wurde dafür auf den Markt gebracht. Amazon, eine als Online-Buchhändler gestartete Firma, gilt mittlerweile als einer der stärksten Apple-Rivalen.

 

Amazon ist somit auf beständigen Wachstumskurs. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 44 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Damit konnte Amazon zum wiederholten Mal den Konkurrenten eBay abhängen, der "nur" um 32 Prozent zulegte. Das Wachstum führt aber umgekehrt zu einer Abnahme des Gewinns, von jedem eingenommen Dollar bleibt aufgrund der Kosten lediglich ein halber Cent im Unternehmen hängen.

 

Verschiedenen Analysten zufolge soll Amazon beim Kindle Fire sogar draufgezahlt haben und damit rechnen, erst in Zukunft von der Investition zu profitieren. Das Kindle Fire kostet mit 199 Dollar nicht mal die Hälfte eines Apple iPads, das einfachste Kindle-Lesegerät mit Schwarz-Weiß-Bildschirm für elektronische Bücher kann man bereits um 79 Dollar erwerben.

 

Die neuen Kindle-Modelle kommen, so Firmengründer Jeff Bezos bei den Kunden aber bestens an, für den Schwarz-Weiß-Kindle seien schon doppelt so viele Bestellungen eingegangen wie für den Vorgänger. Auch die Produktion des Kindle Fire, welches am 15. November in den USA an den Start ging, wird aufgrund der zahlreichen Vorbestellungen nun weiter ausgeweitet.

 

In Zukunft wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach der Gewinn Amazons daher wieder stabilisieren, insbesondere dann, wenn das Kindle-Fire tatsächlich den erwarteten Erfolg realisieren kann.

  Quelle: Standard.at

 

 

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