US-Forschern ist bei der Entwicklung funktioneller Fasern ein Durchbruch gelungen. Die Stoffe können Laute empfangen und herstellen.
(Massachusetts, 13.07.2010) Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten seit zehn Jahren an Stoffen, die mit ihrer Umgebung interagieren können. Nun ist den Experten gelungen, Hightech-Fäden zu entwickeln, die hören und singen können, so heißt es in der MIT-Aussendung.
Piezoelektrische Fasern
In der Klangfaser befindet sich ein in Mikrofonen häufig verwendetes Plastikteil. Den MIT-Forschern gelang eine asymmetrische Anordnung der Moleküle im Plastik, was den Gegenstand "piezoelektrisch" macht. Piezoelektrisch bedeutet, dass sich die Form des Gegenstands ändert sobald sich ein elektrisches Feld nähert. Das piezoelektrische Gewebe dient als Mikrofon und erkennt zudem Körperfunktionen wie Puls, Blutfluss und Druck im Gehirn.
Neben biologischen Fasern und tragbaren Mikrofonen ließen sich die akustischen Fasern laut Experten auch zur Strömungsmessung in Meeren sowie zur Herstellung riesiger Sonaranlagen einsetzen.
Militärischer Ersteinsatz
Nach einigen Jahren Forschungstätigkeit sollen die Prototypen erstmals im US-Militär zur Anwendung kommen. Das Projekt wurde unter anderem vom US-Verteidigungsministerium und dem MIT für militärische Nanotechnologien gefördert.