In den USA sah die Venture Branche die höchsten Ausgaben seit einer Dekade für Internet Unternehmen. Auch in Deutschland konnten Steigerungen verbucht werden.
(24.1.2012, 16:37) Wer angenommen hat, dass im Jahr 2011 angesichts des Hypes um soziale Medien, Smartphones und Apps das Geld bei Venture Finanzierern locker saß, liegt richtig. Gemäß dem jüngsten Bericht von PricewaterhouseCoopers (PwC) und der National Venture Capital Association (NVCA) wurde 2011 das meiste Geld in Internet Firmen seit einer Dekade investiert.
Auch in Deutschland wurden in den ersten neun Monaten von 2011 mehr Geld in Private Equity- und Venture Capital-Investitionen getätigt als im Jahr 2010 insgesamt. Endgültige Zahlen für 2011 liegen aber noch nicht vor. Nach dem dritten Quartal stehen insgesamt 4,7 Mrd. EUR an Private Equity-Investitionen in Deutschland zu Buche. Damit wurde frühzeitig die Zahl der Gesamtinvestitionen aus dem Vorjahr (3,23 Mrd. EUR) klar übertroffen. Doch gingen die Investitionen zwischen Juli und September 2011 um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr zurück. Eine Aufschlüsselung auf Branchen ist auch noch nicht verfügbar.
In den USA gingen insgesamt 6,9 Milliarden Dollar in 997 Deals in Internet-spezifische Unternehmen in 2011. Das sind um 68% mehr Geld und um 24% mehr Firmen als im Jahr davor. Internet Unternehmen erhielten 24% der Gesamtinvestitionen von Venture Unternehmen, gegenüber 18% im Jahr davor.

Aber auch in den USA brachte einen Rückgang gegen Jahresende. Im vierten Quartal sanken die Investments um 23% gegenüber dem Vorjahr. Das stärkste Quartal war das zweite mit einem Investment von 2,4 Milliarden Dollar. Ebenfalls interessant ist, dass Seed und Frühphasen Finanzierungen wesentlich gewachsen sind gegenüber den Vorjahren. Fast die Hälfte der Deals waren diesen beiden Phasen zuzurechnen.
Ein Problem mit dem deutsche deutsche Venture Markt zu kämpfen hat, ist der Standortnachteil gegenüber anderen europäischen Ländern. Den Beteiligungsgesellschaften fehlt eine rechtssichere Regelung der Besteuerung ihrer Fonds. Die einzige Lösung sehen deutsche Beteiligungsgesellschaften bislang darin, neue Fonds nicht mehr in Deutschland aufzulegen, sondern im benachbarten Ausland. Mindestens ein Dutzend Gesellschaften gründeten mittlerweile Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1 Mrd. EUR im Ausland, vor allem in Luxemburg, Frankreich oder Großbritannien.
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